Eine Bücherreise. In den Norden

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Mit dieser Bücherreise geht es in den (hohen) Norden:

Lars Mytting. Die Birken wissen’s noch
Eine große Familiensaga aus dem norwegischen Gudbrandstal, die ein ganzes Jahrhundert umfasst:

Edvard wächst auf einem entlegenen Bauernhof mit seinem wortkargen Großvater Sverre auf und wagt es nie, an den großen Geheimnissen seiner Familie zu rühren: dem überraschenden Tod seiner Eltern und dem seltsamen Verschwinden seines Großonkels. Doch da ist dieser Wald aus Flammbirken hinter dem Hof, den Einar, der Großonkel, angelegt haben soll und wo jeder Baum einen Eisenring um den Stamm trägt. Und da ist diese vage Erinnerung an seine französische Mutter und ein blaues Kleid. Als Edvards Großvater stirbt, wird zudem bekannt, dass lange vor seinem Tod ein Sarg geliefert wurde – so kunstvoll gefertigt, wie es noch nie jemand im Gudbrandstal gesehen hat. Und so macht sich Edvard auf den Weg, um die Geheimnisse seiner Familie zu ergründen – ein Weg, der ihn nach Frankreich und auf eine winzige Insel auf den Shetland Islands führen wird… 

Familienchronik, Liebesgeschichte, Abenteuerroman
so spannend, dass man immer weiterlesen möchte!
Im Insel Verlag um geheimnisreiche 25,70 Euro.

Lars Gustafsson. Doktor Wassers Rezept
Eine schalkhafte Verwechslungsgeschichte mit Tiefsinn von einem der wichtigsten schwedischen Autoren:

„Ein gewöhnliches Leben zu leben ist die tristeste Form von Selbstmord“, sagt Dr. Kurth Wasser, eigentlich Kent Andersson, der ein anderer wurde, „nicht weil ich mir besonders viel von diesem anderen versprach, sondern weil die Verführung, die von der Idee eines eigenen freien Willens ausging, unwiderstehlich war.“ Andersson, vormals Reifenmonteur und Fensterputzer, verwandelt sich also in Dr. Kurth Wasser, den DDR-Flüchtling und Arzt. Um niemanden mit Skalpell oder Medikamenten zu gefährden, wird er Schlafforscher und damit erfolgreich. Auch bei den Frauen, denen er bei jeder Gelegenheit nachstellt, sich aber nur bedingt auf sie einlässt, denn nur so bleibt er frei. Dr. Kurth Wasser ist ein Gewinner, er gewinnt immerzu, sogar bei Preisausschreiben. Wer aber ist dieser Mann wirklich? Ein Hochstapler? Ein Verrückter? Oder einfach nur einer, der mehrere Möglichkeiten für sein Leben will? 

Ein heiteres Buch über den Sinn des Lebens und die Freude am Fabulieren – raffinierte Sommerlektüre!  
Im Hanser Literaturverlag um gewitzte 18,40 Euro.

Olli Jalonen. Von Männern und Menschen
Ein Sommer in Finnland, eine Zeitreise ins Jahr 1972 und ein Buch über das Erwachsenwerden, das auch ein Film von Aki Kaurismäki sein könnte. Es geht um alles und um nichts, es könnte so sein oder so:

Radio Satan. Eigentlich erwartet der 17-jährige Erzähler einen Sommer, in dem er Krebse fängt, Piratensender hört und mit seinen Freunden Blödsinn treibt. Dann aber wird sein Vater krank und verliert seinen Job und der Erzähler muss arbeiten gehen, damit die Kreditraten für das Auto zurückgezahlt werden können. Er heuert bei einem Installationsunternehmen an und taucht in die raue Welt der verschrobenen Arbeiter ein – in ihre schmutzigen Witze, die kleinen Machtspiele und die ungeschriebenen Gesetze einer Werkstatt. Muminlicht. Er lernt, was es heißt, Loyalität zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und was ein Knutschfleck alles anrichtet. Denn die hellen Nächte des skandinavischen Sommers gehören seinen heimlichen Wünschen. Da ist die Tante eines Arbeitskollegen, die ihn verführt und dann gibt es noch die Zwillingsschwester seines besten Freundes … und schon versinkt die Nacht im Schoß der Dämmerung.  

Ein Roman über die einfachen Dinge des Lebens und die  Möglichkeiten, die es bietet – klar, poetisch, realistisch, langsam, detailreich, verschroben, schön.
Im mare Verlag um jugendliche 25,70 Euro.

 

Eine Bücherreise in den Norden