Unmöglich, aber gelungen

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Manche Dinge scheinen unmöglich und gelingen doch. Wenn man Mut beweist oder das, was man nicht zu sein glaubt, doch ist. Oder wenn kleine Wunder passieren. So wie in diesen Büchern:

Paula McLain: Lady Africa
Das ist die wahre Geschichte von Beryl Markham, die als Tochter eines englischen Lords in Afrika aufwächst und als erste Frau den Atlantik überfliegt:

Kolonialgesellschaft. Als einer der ersten englischen Siedler zieht Charles Clutterbuck nach Britisch-Ostafrika, später Kenia: zwei einfache Lehmhütten, kein fließendes Wasser und der nächste Nachbar einen halben Tagesritt durch die Savanne entfernt. Seine Frau gibt bald auf und kehrt nach England zurück, Beryl bleibt bei ihrem Vater und wächst fernab der Kolonialgesellschaft auf.

Sie geht nicht in die Schule, lernt nichts über Etikette und Kleider trägt sie schon gar nicht. Dafür lässt sich Beryl von den Kipsigis alles über den afrikanischen Busch und von ihrem Vater alles über Pferde beibringen. Sie setzt sich über die Regeln der Kolonialgesellschaft hinweg, wird die erste weibliche Pferdetrainerin Afrikas und führt unkonventionelle Liebschaften. Dann lernt sie Denys Finch Hatton kennen, den Großwildjäger, Flieger und Liebhaber von Karen Blixen. Auch Beryl verliebt sich in ihn und beginnt mit der Fliegerei, nicht ahnend, dass sie einmal Fluggeschichte schreiben wird…

Ein farbenprächtiger Roman über eine Abenteurerin und  leidenschaftliche Frau – spannend und berührend!    
Im Aufbau Verlag um 20,60 Euro.

Gary Shteyngart. Kleiner Versager
Wie wird ein schwächlicher, asthmakranker, jüdischer Junge aus der ehemaligen Sowjetunion einer der wichtigsten Autoren der USA? Gary Shteyngart erzählt es – es ist seine eigene Geschichte:

Gary wurde 1972 im ehemaligen Leningrad geboren: als Sohn eines vor Kraft strotzenden Ingenieurs und einer besorgten Mutter. Denn Gary, damals noch Igor, ist schwach und hat Asthma. Seine Eltern nennen ihn  Rotznase, später kleiner Versager. Sie lieben ihn zwar abgöttisch, aber an sein Glück glauben sie nicht. Das tut Igor auch nicht, aber er schlägt sich durch. Er überlebt mehrere Asthmaanfälle, klettert fleißig auf einer vom Vater im Wohnzimmer montierten Sprossenwand, um kräftiger zu werden und schreibt bereits mit fünf Jahren seinen ersten Roman – tatkräftig unterstützt von seiner Babuschka, die ihm für jede Seite eine Käsescheibe gibt.

Und dann entscheiden seine Eltern auszuwandern: nach Amerika! Zum Feind! Igor ist außer sich und das bleibt er für die nächsten 20 Jahre, denn nun kommt sein Leben so richtig in Fahrt: Er nennt sich Gary, kommt er in die Pubertät und wird der unbeliebteste Schüler seiner Klasse. Dann schreibt er seinen zweiten Roman und wird zum beliebtesten Schüler seiner Klasse. In der High School fühlt er sich tatsächlich wie ein kleiner Versager und plötzlich steht er vor der großen Frage seines Lebens: soll er wirklich Schriftsteller werden? Und wie kann er seine Selbstzweifel besiegen?

Ein großartiges Buch – komisch und herzzerreißend,  fesselnd und das Allerbeste: es ist alles wahr!
Im Rowohlt Verlag um 23,60 Euro.

Karin Kalisa. Sungs Laden
Ein Gute-Laune-Buch mit viel Herz über ein Wunder am Prenzlauer Berg, dass da ist: Berlin wird vietnamesisch – freiwillig, sehr gerne, geradezu euphorisch!  

Alles fängt mit Sung und seinem Laden an oder besser mit seinem Sohn Minh. Denn er bekommt die Aufgabe, ein Kulturgut aus Vietnam in die Schule mitzubringen. Als am nächsten Morgen ein kleiner vietnamesischer Junge von knapp acht Jahren mit einer kleinen vietnamesischen Frau von knapp sechzig Jahren eine große Holzpuppe am Gehsteig entlang schleppt, fällt das im morgendlichen Gewusel nicht weiter auf, aber es hat Folgen – fürs ganze Viertel:

Denn Minhs Großmutter wird mit ihrer Holzpuppe nicht nur der Star in der Schulvorstellung, es passieren am Prenzlauer Berg noch mehr wundersame Dinge: plötzlich trägt man dort Seidenkleider und Kegelhüte, lernen die Berliner eifrig Vietnamesisch, werden Brücken gebaut – aus Bambus und über den Köpfen. Und steuert alles auf ein Wunder am Ententeich zu. Berlin goes Fernost! 

Ein Großstadtmärchen, das zeigt, wie Zusammenleben gelingt – ein wahrlich zauberhaftes, entzückendes Buch. 
Im C.H.Beck Verlag um 20,60 Euro.

 

Manche Dinge scheinen unmöglich und gelingen dann doch. 
So wie in diesen Büchern.

Manche Dinge scheinen unmöglich und gelingen dann doch.
So wie in diesen Büchern.