ORTSWECHSEL
Literarische Begegnungen 2015/2016

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Do, 21. Jänner 2016, 19.00 Uhr, Lesung und Gespräch
Verena Mermer: Die Stimme über den Dächern

Aserbaidschan ist eine der letzten Diktaturen an den Grenzen Europas: ein Land, „in dem die Türen Ohren zu haben scheinen“ und sich Menschen „so viele Blätter vor den Mund nehmen“, dass sie zu ersticken drohen. Doch der Ruf nach Freiheit wird lauter. Wir sprechen mit Autorin Verena Mermer, die in Baku lebte und mit ihrem Debütroman „Die Stimme über den Dächern“ der Stimme des Protestes ein literarisches Denkmal gesetzt hat.

Baku, Aserbaidschan, Frühling 2011: die Stadt ist in Aufruf, Proteste gegen das autoritäre Regime werden laut. Mittendrin Ali und Nino, Che und Frida – zwei junge Liebespaare, die sich zum Kampf entscheiden: für die Freiheit ihres Landes, für ihre Selbstbestimmung, für ihre Liebe. Aber dann wird Ali verhaftet, verschwindet sein Bruder Fuad und verliert Nino ihren Arbeitsplatz. Schaffen sie es weiterhin, ihre Stimme zu erheben?

Im Gespräch erzählt Verena Mermer von ihrem Buch und dem Alltag in Baku: von den Prachtbauten, die im Zuge des Öl-Booms entstanden sind und der Armut, die hinter den Fassaden herrscht. Von den Frauen, die in einem islamischen Land Miniröcke tragen können, aber verheiratet als Schatten ihrer Männer gelten. „Von den Häusern und Träumen, die in Aserbaidschan schneller abgetragen werden als Kleidung.“ Und vom Mut vieler Aserbaidschaner, für die Freiheit zu kämpfen.

Afro-Asiatisches Institut, Leechgasse 24, 8010 Graz
Eintritt frei!

www.aai-graz.at

Die Zitate stammen aus Verena Mermers Roman „Die Stimme über den Dächern“.

Verena Mermer, Foto: Aleksandra Pawloff

Verena Mermer, Foto: Aleksandra Pawloff